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"Im ersten Moment wollte die Sängerin Joana Aderi die Anfrage zur Kuration von Taktlos 2026 ablehnen. Nach der Pandemie und über fünfzehn Jahren Bühnenerfahrung beschloss sie, nur noch ausgewählte Konzerte zu geben und sich verstärkt auf Musiktherapie zu konzentrieren. Doch je länger sie darüber nachdachte, desto mehr wurde ihr klar, dass gerade jetzt der passende Zeitpunkt für die Gestaltung des Programms eines Festivals wie Taktlos sein könnte. Denn die Selbstreflexion und die ganz grundsätzlichen Frage, was Musik auf der Bühne kann und will, kommt auch der Auswahl von Musikschaffenden zugute. Die erste Frage dabei war für Joana Aderi: Wen will ich bei diesem Festival zusammenbringen? Die naheliegende Antwort ist, dass es sich vorwiegend um Musiker*innen handelt, welche Joana Aderi in ihrer Karriere und in ihren Lebensstationen kennen und schätzen lernte. So hat sie beispielsweise bei Tor Haugerud in Norwegen Improvisation studiert, mit Frank Rosaly in Chicago gelebt. Mit Andreas Tschopp teilt sie sich ihren Proberaum in Zürich und mit MAG verbindet sie eine stilistische Schwesternschaft, welche sich auch darin zeigt, dass sich die beiden immer wieder bei Festivals und Veranstaltungen begegnen. Doch die Bekanntschaften allein würden als Auswahlkriterium zu kurz greifen. Denn alle Künstler*innen verbindet eine ganz entscheidende Qualität, die Joana Aderi sehr wichtig ist: Sie alle verfügen in unterschiedlicher Weise über eine außergewöhnliche Präsenz auf der Bühne. Eine Körperlichkeit, ob in der Stimme, im Saitenspiel oder beim Griff in die Tasten. Eine intrinsische Motivation in dem, was sie tun. Es ist Musik, bei der es nicht um das Ego geht, sondern um den Moment. Um das, was im Zusammenspiel mit anderen Musiker*innen oder auch mit dem Publikum im hier und jetzt entsteht. Ganz bewusst wird dabei auf eine aufwändige Szenografie oder Visuals verzichtet. Stattdessen ist Platz für Sinnlichkeit und Eigensinn, für wummernde Bässe ebenso wie für leise Töne."

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LIZARD - a posttraumatic sound reality for tuba, voice and orchestra. Eine Komposition zum Thema Trauma, die Aderi im Auftrag der Basel Sinfonietta geschrieben hat. Uraufführung: 18.01.2026 im Stadtcasino Basel.

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Together with drummer Fredy Studer, Aderi wrote and performed the music for a contemporary ballet version of Shakespeare's "As you like it". Tanz 34 was season opening 20/21 of the Luzerner Theater, in cooperation with the Lucerne Festival. The company was dancing under British choreographer Caroline Finn. Premiere: 03.09.2020, Stadttheater Luzern

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Wenn der Hund bellt, bellt er vielleicht für immer... Mit zwanzig erhält Kay A. die Diagnose paranoide Schizophrenie. Zuerst kämpft er gegen alle und alles an, dann verleugnet er die Störung jahrelang, bis er sich nach einem erneuten Zusammenbruch wirklich damit auseinandersetzt und versucht, sie in sein Leben zu integrieren. Psychische Störungen zum Klingen bringen

Aderi komponierte die Filmmusik für - Spielfilm ALLER TAGE ABEND [Regie: Felix Tissi, Kinopremiere Herbst 2022] - Filmessay GOTTLOS ABENDLAND [ Regie: Felix Tissi, Première Solothurner Filmtage 2019]

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Aderi nutzt ihre Moods Carte Blanche, um ein Stück zu komponieren und auf die Bühne zu bringen. Urbaner Jazz, aufgelöste Melodien in freihängenden Akkorden, Flashbacks von Renaissance Harmonik, absurde Pop Einstreuer, gehalten von leerer, minimaler Elektronik: Ihre Musik ist eigentlich immer als Collage angelegt. Sie liebt schnelle, überraschende Wechsel und Stilbrüche «der guten Art».

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